Unsere Nische ist in Gefahr

Ich weiß es noch als ich Mitte März zu einem Konzert gerufen wurde mitten im Herzen Stuttgarts. “Paul Oakenfold” gastierte im Proton the Club und verwöhnte das Publikum mit feinsten elektronischen Klängen. Es war eine unbeschwerte Zeit der Alkohol floss nicht in Strömen die Leute waren alle entspannt, und jeder chillte an seinem Platz. Die Handys wurden gezückt und Familien lies man an der Performance des Künstlers teilhaben. Ich ging nach Hause und dachte über diesen Abend nach, Ich konnte mit dem Künstler etwas trinken und alles in allem war das ein wirklich toller Abend, bzw. Nacht.

Nicht ein mal eine Woche später hörte ich dann von der Pandemie die in China ihren Ursprung nahm, doch niemand nahm sie ernst – jeder dachte das Virus würde nur in China bleiben und ganz Europa sei unverwundbar. Eine weitere Woche später kamen dann die ersten Einzelfälle nach Europa und man realisierte das die Pandemie hier an der Türe klopfen würde nur wenige Tage später wurden schon die ersten Schulen geschlossen sowie der Club betrieb eingestellt. Nun brach eine ganze Industrie der Eventveranstalter Stück für Stück auseinander und lief auf Notstrom. Viele Arbeiter in der Eventbranche sind freischaffende Mitarbeiter oder geringfügig auf Abruf angestellt, diese verloren mit einem Schlag eine meist zusätzliche Einnahmequelle. Oft Barkeeper, Reinigungspersonal, Djs Fotografen und Veranstalter. welche neben ihrem primären Job noch durch die Jobs meistens am Wochenende stattfindend das Gehalt aufbesserten. Nur eine Handvoll  konnte noch bleiben denn zumindest die Clubs schienen nicht verloren zu sein. Viel Clubs begannen kreativ zu werden sendeten Live Streams, wohl mit der Naivität das in 1-2 Monaten alles vorbei sein würde, doch sie täuschten sich. Monate lang wurde an Hygiene Konzepten gearbeitet, die ehrlichen Clubs steckten ihr letztes hab und gut in die Finanzierung von Konzepten. Leider gab es viele schwarze Schafe welche bei super Spreader Events nur an ihren Reibach dachten und so letztendlich dafür sorgten das Morgen des 08.10.20 der Zapfenstreich ab 23 Uhr eingeführt wurde, was dann jedem Club die Existenzgrundlage entzog. Bis dahin konnten auch wir noch bei kleineren Events fotografieren, aber nun ist unsere Nische quasi gestorben – nicht für immer – aber doch für eine lange zeit – der letzte macht das Licht aus.

Alles hat mal eine Ende – so sagt es die Matrix, doch wo ein Ende ist, kann ein neuer Anfang stattfinden Auch wir müssen nun Umdenken, Hochzeiten dürfen nur noch mit sehr wenigen Menschen stattfinden, private Partys nur noch zu fünft, was bleibt einem da?

Die Zeit wird es zeigen, aber nur unsere treuen Fans und Kunden können uns durch diese schwere Zeit führen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*
*